Zahngesundheit und Vorsorge

Nach: J. Begerow und Mitarbeiter (1997): Werkstoffe der konservierenden Zahnheilkunde. In: Wichmann, Schlipköter, Fülgraff (Hrsg.): Handbuch der Umweltmedizin. 11. Erg. Lfg. 7/97, Ecomed Verlag

Der beste und gleichzeitig sicherste Weg zur Erhaltung der Zahngesundheit ist die Prophylaxe (Vorbeugung).

Der Kariesentwicklung  kann durch regelmäßige Zahnpflege, ausgewogene Ernährung (Verringerung des Zuckerkonsums, Einschränkung des Verzehrs von säurehaltigen Fertigprodukten) und durch Fluoridprophylaxe vorgebeugt werden.  

Empfehlenswert ist es:

  • sich dreimal täglich nach den Mahlzeiten die Zähne mit fluoridierter Zahncreme zu putzen
  • Zahnseide und Interdentalbürsten regelmäßig anzuwenden
  • einmal pro Woche Fluoridgel nach Vorschrift einzusetzen
  • regelmäßig (halbjährlich) die Zähne beim Zahnarzt kontrollieren und Zahnstein entfernen zu lassen (professionelle Zahnreinigung PZR)

Versiegelung:

Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 19 Jahren sollten die Backenzähne (1. und 2. Molaren) versiegeln lassen, sofern diese Zähne noch nicht kariös sind.

Zahnkaries-Prophylaxe mit Fluoriden

Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin betont in ihren Stellungnahmen (2004, 2007) noch einmal die Bedeutung der Zahnkaries-Prophylaxe mit Fluoriden im Kindesalter. Die präventive Wirksamkeit von Fluorid-Tabletten, Lutschtabletten bzw. -tropfen gegenüber der Zahnkaries ist sowohl für das Milchgebiss als auch für das bleibende Gebiss erwiesen (DAKJ 2004, 2007). Gleichlautend äußert sich das "Netzwerk Junge Familie" in seinen Konsensusempfehlungen für die Säuglingsernährung (Juni 2010, Abschnitt V: Kernaussagen zu Nährstoffsupplementen im 1. Lebensjahr).

Auswahl geeigneter Dentalmaterialien

Der Zahnarzt trägt durch sein fachliches Können ebenfalls zum Erhalt der Zahngesundheit und zur Vermeidung gesundheitlicher Probleme bei. Der Zahnarzt sollte bei der Auswahl geeigneter Dentalmaterialien den Patienten sachlich beraten und auch auf mögliche Risiken "populärer" dentaler Werkstoffe (Komposite, Titan, Keramikwerkstoffe usw.) hinweisen.

Beispielsweise werden gelegentlich nach Einsatz von Dentalkompositen lokale toxische Reaktionen an der Mundschleimhaut beobachtet, die mit reaktionsfähigen Monomeren der Ausgangsstoffe zusammenhängen.

Aus bestimmten nichtedel- und edelmetallhaltigen Dentallegierungen lassen sich Metalle mit allergisierender Wirkung herauslösen, was ihren Einsatz bei Allergikern einschränkt. Bei Patienten mit Verdacht auf Nickelallergie sollte auf nickelhaltigen Zahnersatz verzichtet werden, palladiumhaltiger Zahnersatz sollte erst nach vorheriger Allergietestung zum Einsatz kommen.

Keramische Werkstoffe weisen eine hohe Bioverträglichkeit auf. Allerdings müssen sie mit Klebmaterialien befestigt werden, deren toxisches Potential nicht ausreichend bekannt ist (vgl. Info-Text "Neuere Zahnfüllungsmaterialien").

Fazit:

Es gibt also keinen universell am besten geeigneten Dentalwerkstoff.

Der kompetente, vorurteilsfreie und auf die individuelle Risikosituation des Patienten zugeschnittene Rat des Zahnarztes ist hier gefragt.


Stand: 25. Juli 2017 - 11:24 Uhr

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