Symptome und Auslöser

Symptome

Bei einer Nickelallergie zeigt sich die ganze Bandbreite der Symptome eines allergischen Kontaktekzems. Sie äußert sich als juckende Hautrötung, häufig mit Bildung von Bläschen, Knötchen und Krusten. Bei längerem Verlauf wird die Haut auch verdickt (lichenifiziert). Es kann an jeder Stelle der Haut auftreten und ist scharf begrenzt. Das Ekzem tritt erst 24-72 Stunden nach dem Kontakt mit Nickel auf und heilt in der Regel vollständig ab.

Bei ständigem Kontakt mit nickelhaltigen Produkten entwickelt sich jedoch ein chronisches Ekzem, bei dem durch die chronische Schädigung der Haut auch ihre Barriere beschädigt wird. Dies führt dazu, dass andere Allergene und Erreger leichter eindringen und sich diverse Hautreaktionen zeigen können. Das häufigste chronische Kontaktekzem ist das Handekzem. Häufig sind sie die Folge regelmäßiger, beruflich bedingter Kontakte (z.B. Kassiererin).

Auch benachbarte Stellen der Haut, die mit dem Allergen keinen direkten Kontakt hatten, können in seltenen Fällen von Hautreaktionen betroffen sein, da eine Streuung des allergenen Stoffes über die Lymphbahnen möglich ist.

Auslöser

Folgende Gegenstände (neben vielen anderen) können Nickel enthalten und Allergien auslösen:

  • Schmuck und Piercings (selbst Weißgold besteht nur zu 33 - 75 % aus Gold)
  • Verschlüsse an der Kleidung (Reißverschlüsse, Ösen)
  • Besteck, Kochgeschirr, Küchengeräte
  • Münzen, Feuerzeuge, Rasierapparate, Schlüssel, Griffe
  • Büroartikel
  • Zahnärztliche und ärztliche Instrumente, Prothesen, Zahnspangen
  • Nadeln
  • Brillengestelle
  • Elektrische Drähte
  • Kosmetika
  • Haarfärbemittel
  • Papier
  • Waschmittel
  • Farben
  • Mineralöl, Zement, Kunstdünger

Seit 1992 sind in Deutschland in der „Bedarfsgegenständeverordnung“ Grenzwerte für nickelhaltigen Schmuck festgelegt worden. Die Verordnung besagt, dass Produkte, die längere Zeit mit der Haut direkt in Kontakt kommen, in einer Woche nicht mehr als 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter freisetzen dürfen. Für Ohrstecker gilt ein Grenzwert von 0,2 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter/ Woche. Als Ersatz für Nickel in Schmuckstücken eignen sich Titan, Gold, Silber und Platin.

Es gibt jedoch immer wieder Produkte, die dieser Regelung nicht entsprechen. Vorsicht ist insbesondere bei Modeschmuck aus Urlaubsländern geboten, da in vielen südlichen Ländern keine Grenzwerte festgelegt sind.

Kurz nach ihrer Einführung gerieten die 1- und 2-Euro-Münzen in die Diskussion, da sie Nickel freisetzen. Für die Allgemeinbevölkerung besteht jedoch aufgrund der geringen Freisetzungsmenge und des nur kurzen Hautkontakts keine Gefahr. Euromünzen können aber bei beruflich exponierten Personen (z.B. Kassiererinnen) zu einer Allergie führen.

Nickel als Nahrungsmittelallergen

Manchen Allergikern machen selbst nickelhaltige Speisen zu schaffen. Sehr viele Nahrungsmittel enthalten in geringer Konzentration Nickel, denn Pflanzen nehmen Nickel über die Wurzeln aus dem Boden auf.

Sehr nickelhaltig sind vor allem Kakao, Schokolade, Nougatcremes, Kaffee, Soja, Hafer, Muscheln, Hülsenfrüchte, Cashewkerne, schwarzer Tee sowie alle Getreidesorten, insbesondere Vollkornprodukte.

Eine weitere wichtige Quelle ist Trinkwasser, welches über vier Stunden oder über Nacht in der Hausleitung stand. Nickelallergiker sollten Fließwasser bevorzugen. Es ist daran erkennbar, dass es etwas kühler ist, als Standwasser. Betroffene sollten am Morgen oder nach mehr als vier Stunden Abwesenheit das Wasser so lange laufen lassen, bis es sich merklich kühler anfühlt.

Daneben können Nahrungsmittel durch die Verarbeitung mit Nickel kontaminiert werden. Fertiggerichte können zum Beispiel mit nickelhaltigen Geräten produziert worden sein. Auch Metalltöpfe geben geringe Mengen des Allergens in die Nahrung ab. Insbesondere die Säure von Tomaten, Kaffee, Zitrusfrüchten oder Rhabarber kann Nickel aus dem Metall herauslösen.

Zusätzliche Informationen: 

In Untersuchungen zeigten sich, dass Säuren von Tomaten, Kaffee, Zitrusfrüchten oder Rhabarber Nickelkonzentrationen von 52mg pro Liter Nahrung lösen können. Diese Konzentration kann durchaus eine Kontaktallergie auslösen. In Folge dessen können Ekzeme an Händen, Ellenbeugen, Augenlidern, Hals, Nacken und Innenseite der Oberschenkel auftreten. Auch abgeheilte Ekzeme können durch eine orale Nickelexposition wieder aufflammen.

In mehreren Studien erhielten Patienten mit einer diagnostizierten Nickelkontaktallergie 2,2 bis 20 mg Nickelsulfat oral. Bei knapp 50 Prozent der betroffenen Patienten führte dies in der Untersuchung zu einem Ausbruch oder Verschlimmerung eines vorhanden Handekzems mit Verdickung der Oberhaut und Bläschenbildung (dyshidrotisches Handekzem) (Bedello et al 1985; Veien et al 1987; Veien & Menné 1990). Bekamen die Patienten weniger als 2,5mg Nickelsulfat, so zeigte sich kaum eine Hautreaktion (Jordan & King 1979).

Angesichts einer üblichen Nickelaufnahme von lediglich 0,1 bis 0,6mg pro Tag ist eine nickelarme Kost sehr umstritten (Burrows 1992, Möller et al 1999). Andererseits können die Betroffenen mit einem vermehrten Konsum nickelreicher Lebensmittel durchaus relevante Spitzenwerte erreichen (Veien 1997).

In einer Studie von Kaaber et al (1978) führte eine nickelarme Ernährung bei der Hälfte der betroffenen Patienten zu einer Verbesserung des dyshidrotischen Handekzems. Auch in den Studien von Veien et. al. gingen Ekzeme unter einer nickelarmen Kost zurück. Bei allen diesen drei Studien ist aber zu beachten, dass sie nicht doppelblind durchgeführt wurden. Die Betroffenen wussten also, dass sie nickelarme Kost erhielten. Ein Placeboeffekt ist nicht ausgeschlossen (Erdmann, Merk 2010).

Stand: 29. November 2016 - 10:48 Uhr

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