Urtikaria (Nesselsucht)

Typische Quaddeln bei Urtikaria (Nesselsucht)

Urtikaria: Definition und Symptome

Urtikaria (Nesselsucht, Nesselfieber) ist eine stark juckende Hautreaktion, die mit Quaddeln, Rötungen und Ödemen einhergeht.

Während die akute Urtikaria weniger als sechs Wochen dauert, besteht die chronische Urtikaria oft über Monate oder Jahre.

Die Erkrankung beginnt mit blassroten bis roten Schwellungen der Haut, sie sehen einem Mückenstich ähnlich. Die Veränderungen werden schnell größer, bilden Quaddeln mit umgebender Rötung und jucken sehr stark. Nach weniger als 12 Stunden verschwinden die Quaddeln. An einer anderen Hautstelle können neue Quaddeln auftreten.

Die Hautveränderung ähnelt der Reaktion nach einer Berührung mit Brennnesseln (Urtica), daher der Name Urtikaria oder eben Nesselsucht.

Auslöser

Die Ursachen der Nesselsucht sind sehr unterschiedlicher Natur. Sie reichen von allergischen und pseudoallergischen Reaktionen bis hin zu überschießenden Reaktionen auf Wärme-, Kälte-, Licht-, Druck- oder Wassereinwirkung sowie immunologische Phänomene und psychischer Stress. Oft kann der Auslöser nicht genau bestimmt werden.

Häufigkeit

Die Urtikaria gehört zu den am häufigsten auftretenden Hauterkrankungen. Ca. 20 % der Bevölkerung entwickelt irgendwann im Leben Symptome einer Urtikaria. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Schätzungen zufolge leidet derzeit 1,3 % der europäischen Bevölkerung an einer chronisch verlaufenden Urtikaria.

Eine Nesselsucht kann in jedem Lebensalter, vom Säugling bis ins hohe Alter auftreten. Am häufigsten ist die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen betroffen. Fälle von Nesselsucht, die erstmals nach dem 70. Lebensjahr auftreten, sind extrem selten. Eine Nesselsucht bei Neugeborenen, die meist nur wenige Tage anhält, ist nicht ungewöhnlich. Bei Kindern unter 16 Jahren wird eine Häufigkeit der Urtikaria von 3-6 % angegeben. Deutlich häufiger sind dabei Patienten mit atopischen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis oder Heuschnupfen betroffen.

Urtikaria-Formen, Diagnose und Therapie

Die Urtikaria wird wie folgt unterschieden: Akute Urtikaria, chronische Urtikaria, induzierbare Urtikaria. Darüber hinaus gibt es auch urtikariaähnliche Formen wie z.B. die Urtikaria pigmentosa. Genauere Informationen finden sich hier.

Zur Bestimmung der Urtikariaform werden Dauer, Quaddel-Anzahl und Schwere des Juckreizes ermittelt. Die Therapie richtet sich dann nach der ermittelten Urtikariaform.

Stand: 8. Juli 2016 - 9:25 Uhr

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Bildquelle: 

PD. Dr. R. Fölster-Holst, Uni Hautklinik Kiel