Nickel

NickelNickel ist ein silbrig-weißes Metall und wird hauptsächlich aus Nickelsulfid-Erz gewonnen.
Es wird überwiegend für die Produktion von rostfreiem Stahl und für Legierungen eingesetzt. Zum Schutz von Gebrauchsgegenständen vor Korrosion (so genanntes „Vernickeln“) wird es beispielsweise bei Münzen verwendet.

Weitere Verwendungsgebiete (neben vielen weiteren):

  • Mode- und Körperschmuck
  • Gebrauchsgegenstände (z. B. Wasserkocher mit offenerer Heizspirale)
  • Nickelhaltiges Kleingeld
  • Zahn- und Hüftendoprothesen
  • Am Arbeitsplatz (Dentallabor, Musiker, Kassierer).

Belastung mit Nickel

Nickel wird über Nahrungsmittel, Trinkwasser und Luft aufgenommen. „Die durchschnittliche tägliche Nickelaufnahme liegt zwischen 90 µg und 280 µg pro Person“ (Schwegler & Fromme 2013).  Allerdings kann diese Aufnahme auf bis zu 1000 µg (1 mg) pro Tag ansteigen, wenn Nahrungsmittel konsumiert werden, die viel Nickel enthalten. Dieses gilt insbesondere für pflanzliche Produkte (z.B. Beerenfrüchte, Kohlgemüse, Nüsse, Soja, Vollkornprodukte). Nahrungsmittel aus Dosen haben ebenfalls einen hohen Nickelgehalt. Auch über das Kochgeschirr kann Nickel in die Nahrung kommen. Einen Einblick über Nickelgehalte in Nahrungsmitteln gibt die nachfolgende Tabelle.

Nickelgehalte in Nahrungsmitteln

Nahrungsmittel

μg/g

Getreide

0,04 - 3,4

0,03 - 4,7

Brot

0,1 - 0,3

Kartoffeln

0,05 - 0,6

Bohnen

0,3 - 5,7

Sojabohnen

7,0

Sojamehl

4,1

Fleisch

0,02 - 0,9

0,01 - 0,94

Fische

0,04 - 0,48

0,005 - 0,303

Krustentiere

0,04 - 1,5

Milchprodukte

0,01 - 0,15

0,01 - 0,34

Eier

0,03 - 0,086

Kakaobohnen

1,7 - 13

Schokolade

1,2 - 4,6

Tee

2,8 - 7,6

Bier, Wein

0,01 - 2,0

Fette

0,03 - 0,2

Margarine

0,02 -2,5

Quelle: Umweltbundesamt (2001)

Die Nickelaufnahme über die Luft ist gering. Nur Tabakrauch trägt wesentlich zur Nickelzufuhr bei: Ein Raucher nimmt mit einer Packung Zigaretten zusätzlich 4 μg Nickel zu sich (Umweltbundesamt 2001).

Laut dem Umweltbundesamt liegt der Nickelgehalt im deutschen Trinkwasser zwischen 5 bis 10 μg/l (alte Bundesländer) und 5 bis 23 μg/l (neue Bundesländer). Die Aufnahme von Nickel über das Trinkwasser ist daher wesentlich geringer, als über die Nahrung.

Über die Nahrung oder das Trinkwasser aufgenommenes Nickel kann zu einer Verschlechterung oder einem erneuten Auftreten von nickelbedingten Kontaktekzemen führen. Sollte dieses der Fall sein, wird zu einer speziellen Diät mit nickelarmen Lebensmitteln geraten.

Für die Allgemeinbevölkerung in westlichen Industrieländern scheint die Nickelaufnahme jedoch nicht bedenklich, da der Hauptteil des aufgenommen Nickels wieder ausgeschieden wird. Bisher gibt es allerdings keine aussagekräftigen Studien über die Nickelbelastung der Normalbevölkerung (Schwegler & Fromme 2013).

Gesundheitsrisiken

Nickel kann zweifach auf die Gesundheit des Menschen einwirken:

1. Aufgrund der sensibilisierenden Wirkung von Nickel und seinen Verbindungen.

Nickel ist einer der häufigsten Auslöser einer Kontaktallergie. Nach Hautkontakt mit nickelhaltigen Materialien kommt es bei Nickelallergikern zu ekzemartigen Hautreaktionen.

2. Aufgrund der krebserzeugenden Wirkung von Nickel und seinen Verbindungen nach inhalativer Aufnahme.

Nickel ist ausschließlich bei der inhalativen Aufnahme krebserzeugend. Bei Nichtrauchern ist diese Aufnahme gering: Lediglich zwischen 0,1 und 1 % der Gesamtmenge an Nickel wird durch die Atemluft aufgenommen. Rauchen erhöht die aufgenommene Menge an Nickel deutlich (Umweltbundesamt 2001).

Gefährdet sind, neben schweren Rauchern, Personen, die mit Nickelmetall, Nickelsulfid, Nickeloxid und Nickelkarbonat arbeiten (z.B. Edelstahlschweißer, Flammspritzer).

Von der krebserzeugenden Wirkung betroffen sind vor allem die Nasen(neben)höhlen und der Bronchialtrakt; vereinzelt auch im Bereich des Kehlkopfes, des Magens, der Prostata und der Niere (Umweltbundesamt 2001).

Stand: 3. April 2017 - 12:42 Uhr

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Grafik oben rechts (Nickel): Materialscientist at en.wikipedia [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons. Link zum Bild.