Sensibilisierung

Einer allergischen Reaktion muss eine Sensibilisierung vorangehen. Sensibilisierung bedeutet, dass das Immunsystem ein Allergen nach dem ersten Kontakt als „Feind“ erkennt, ohne dass sich schon eine Hautreaktion zeigt. Der Zeitraum vom ersten Kontakt mit dem Allergen bis zum Auftreten der ersten Symptome wird auch als Sensibilisierungsphase bezeichnet.

Die Sensibilisierung ist bei der Kontaktallergie ein sehr komplizierter pathophysiologischer Prozess, der bis heute noch nicht vollkommen aufgeklärt ist.

Vereinfacht dargestellt ist ein Kontaktallergen allein nicht in der Lage eine Immunreaktion auszulösen, es kann in seiner Ursprungsform nicht als Allergen erkannt werden. In diesem Stadium nennen Fachleute die Allergieauslöser „Haptene“. In der Haut verbindet sich das Hapten mit einem körpereigenen Trägerprotein (Hapten-Carrier-Prinzip). Dieser Komplex wird naiven T-Lymphozyten (speziellen weißen Blutkörperchen) präsentiert. Bei einem erneuten Kontakt mit dem Allergieauslöser sorgen diese T-Lymphozyten für die Entzündungsreaktion.

Eine Kontaktallergie entwickelt sich in der Regel erst im Verlauf von Jahren und ist daher bei Kindern unter zehn Jahren nur selten anzutreffen. Eine Sensibilisierung ist jedoch in Ausnahmefällen auch innerhalb von sieben bis zehn Tagen möglich. Es wird geschätzt, dass 15-20% der deutschen Bevölkerung gegen mindestens eins der häufigsten Kontaktallergene sensibilisiert sind. Wurde eine Sensibilisierung erst einmal erworben, bleibt sie in der Regel ein Leben lang bestehen.

Stand: 29. November 2016 - 10:38 Uhr

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