Entstehung und Sensibilisierung

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie eine Sojaallergie entstehen kann:

Primäre Sojaallergie

Eine primäre Sojaallergie entsteht, wenn die Betroffenen Sojaprodukte wie Sojamilch erstmalig zu sich nehmen und dabei sensibilisiert werden. Beim zweiten Verzehr kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die sich in Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder einer Verschlechterung des Hautbildes äußern. Im Extremfall kann es auch zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Am häufigsten sind Säuglinge und Kleinkinder betroffen, die aufgrund einer Kuhmilchallergie Flaschennahrung auf Sojabasis erhalten.

Wesentliche Allergene sind bei der primären Sojaallergie die Proteine Gly m 5 und Gly m 6. Letzteres ist hitzebeständig und es dauert recht lange, bis es im Körper abgebaut ist.

Sekundäre Sojaallergie

Bei der sekundären Sojaallergie handelt es sich um eine sogenannte pollenassoziierte Kreuzallergie. Das Sojaprotein Gly m 4 hat chemisch eine große Ähnlichkeit zum allergieauslösenden Birkenpollenprotein. Gly m 4 ist hitzestabil, erst nach vier Stunden Garzeit ist es nicht mehr nachweisbar.

Bei Birkenpollenallergikern kann die allergische Reaktion schon beim ersten Verzehr eines Sojaprodukts auftreten, da die Sensibilisierung nicht über das Nahrungsmittel, sondern über die Pollen erfolgt. Den Patienten trifft die allergische Reaktion daher völlig unerwartet.

Die Symptome ähneln denen der primären Allergie. Anschwellen der Lippe, Brennen im Mund, Anschwellen der Zunge und des Kehlkopfbereichs können hinzukommen, was auch Atemnot hervorrufen kann. Im Extremfall kann es auch hier zum anaphylaktischen Schock kommen.

Insgesamt kommt eine sekundäre, mit Birkenpollen assoziierte Sojaallergie wesentlich häufiger vor als die oben beschriebene Primärallergie.

Stand: 9. Februar 2019 - 14:32 Uhr

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