Bisphenol A (BPA)

Bisphenol A

Bisphenol A (auch: Bisphenol-A, oftmals als BPA abgekürzt) ist ein wichtiger und gleichzeitig viel diskutierter Umweltstoff. Seine Jahresproduktion liegt bei knapp 4 Millionen Tonnen weltweit.

Woher stammt das A in der Bezeichnung Bisphenol A? Es steht für Aceton, das im Herstellungsprozess mit zwei Teilen Phenol reagiert.

Verwendung

Die auf Bisphenol A zurückgehenden Produkte sind uns gut geläufig:

  • Bisphenol A dient zum einen als Ausgangsstoff für einen höchst vielseitigen Kunststoff, das Polycarbonat (Kennzeichnung "PC"). Polycarbonat wird seit etwa 60 Jahren produziert.
  • Zum anderen werden aus Bisphenol A Epoxidharze hergestellt.
  • Schließlich dient Bisphenol A als Additiv/Zusatzstoff in Spezialanwendungen.

Polycarbonat

Polycarbonat begegnet uns in vielfältiger Weise im täglichen Leben, da es sehr gute Gebrauchseigenschaften aufweist. Der Kunststoff ist durchsichtig, gut beständig gegenüber Chemikalien und erhöhten Temperaturen und sehr bruchfest. Aus Polycarbonat werden beispielsweise CDs, DVDs, Kunstglas (z.B. für Lichtdächer und Lichtkuppeln), Motorradhelme, Autoteile, Armaturen, Medizingeräte, Haushaltsgegenstände, Mikrowellengeschirr, Getränkeflaschen und auch Lebensmittelbehältnisse hergestellt.

Das Interesse der Medien gilt besonders den aus Polycarbonat hergestellten Babyflaschen. Diese sind vom Gewicht her recht leicht, können vom Baby selbst gehalten werden und sie sind unzerbrechlich. Die Kritik bezieht sich auf die Freisetzung sehr geringer Mengen von Bisphenol A aus solchen Plastikflaschen. Inzwischen ist der Verkauf dieser Babyflaschen verboten worden.

Epoxidharze

Diese finden als Kleb-, Lack- und Gießharze Verwendung. Beispielsweise sind Getränke- und Konservendosen, aber auch Lagertanks für Wein innen mit Epoxidharzen beschichtet, um eine Korrosion zu verhindern. Auch Trinkwasserleitungen können im Zuge einer Rohrsanierung ("Relining") mit Epoxidharzen ausgekleidet sein. Eine daraus resultierende Bisphenol A-Belastung des Wassers tritt jedoch nur in Warmwasserleitungen bei starker Erhitzung ( > 70 Grad Celsius) auf; im kalten Leitungswasser kommt Bisphenol A nicht vor.

Weitere Anwendungen von Bisphenol A (BPA): Thermopapiere, Weichmacher und Zahnversiegelung

Neben seiner Verwendung zur Herstellung von Polycarbonat und Epoxidharzen wird Bisphenol A auch als Additiv (Zusatzstoff) eingesetzt: als Farbentwickler von Thermopapier für Faxgeräte oder Kassenbons, als Zusatz zu PVC-Kunststoffen und in Bremsflüssigkeiten. Der Gehalt im Thermopapier liegt bei etwa 1 %, im Weich-PVC bei etwa 0.5 % (Umweltbundesamt 2010).

In Zahnfüll- und Versiegelungsmassen (Komposites) finden sich BPA-basierte Kunststoffe wie beispielsweise das bis-DMA und bis-GMA.

Stand: 15. Februar 2018 - 12:03 Uhr

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Grafik oben rechts (Bisphenol A): By Edgar181 (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons.