Gesundheitsrisiken und Analytik

Lichtspektrum von Energiesparlampen

Hinsichtlich mehrerer für den Strahlenschutz wichtiger Charakteristika unterscheiden sich Kompaktleuchtstofflampen und herkömmliche Glühbirnen kaum.

Der Einsatz von Kompaktleuchtstoffen im Haushalt ist unter Strahlenschutzaspekten unbedenklich. Die Lampen halten die internationalen Grenzwertempfehlungen für die optische Strahlung sowie für die elektrischen und magnetischen Felder ein.

Sogenannte Daylight-Kompaktleuchtstoff-Lampen haben einen erhöhten Blaulichtanteil (ca. 435 nm). Ob dies im Alltagsgebrauch einen Einfluss auf die Melatoninproduktion hat, wird kontrovers diskutiert. Melatonin ist ein Hormon zur Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers.

UV (ultraviolette Strahlung)

Energiesparlampen, die nicht von einem Glaskolben umhüllt sind, emittieren, einer Studie in Radiation Protection Dosimetry zufolge, größere Mengen UV-Licht. Für Menschen mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kann das problematisch sein. Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko ergeben sich nach Ansicht der britischen Health Protection Agency (HPA) jedoch nicht.

Ohne Glaskolben können Kompaktleuchtstofflampen in unmittelbarer Nähe (etwa zwei Zentimeter) eine UV-Dosis emittieren, die der eines wolkenlosen Sommertages entspricht. Im Abstand von 30 cm ist die Strahlungsintensität niedriger als im Freien an einem sonnigen Wintertag, was für die Haut unbedenklich ist.

Der Glaskolben um die Leuchtmittel verleiht ihnen ein Aussehen ähnlich einer Glühbirne, was bei den Verbrauchern zu einer gesteigerten Akzeptanz der Lampen führen soll. Im Nebeneffekt stellen die Glaskolben wirksame UV-Filter dar. 

Verbraucher sollten daher für den Nahbereich (Leselampen etc.) nur Kompaktleuchtstofflampen mit Glaskolben verwenden.

Quecksilber

Wenn eine Energiesparlampe entzwei geht, dann stellen sich gelegentlich besorgte Patienten oder Eltern die Frage, ob seitens des Quecksilbers eine Gefahr bestehe und ob eine Messung des Quecksilbers im Blut oder im Urin sinnvoll sei. Die mögliche zusätzliche Belastung durch eine kurzfristige Einatmung der entstehenden Quecksilberdämpfe (< 1 Stunde) ist so gering, dass sie im Blut und im Urin nicht messbar wird. Es ist also ausreichend, gleich nach dem Zerbrechen die Scherben zu entfernen und gut zu lüften.

Mit einer Quecksilbervergiftung ist nicht zu rechnen.

Analytik

Ein Biomonitoring, also eine Messung von Quecksilber in Serum oder Urin, nach Bruch einer Energiesparlampe ist aus umweltmedizinischer Sicht nicht sinnvoll.

Stand: 17. August 2020 - 12:48 Uhr

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