Auslöser

Die häufigsten metallischen Auslöser einer Kontaktallergie:

  • Nickel, das häufig in Modeschmuck, Metallknöpfen, Gürtelschnallen, Ösen, Schreibgeräten u. a. enthalten ist (2004 waren 16,6% der getesteten Patienten dagegen sensibilisiert)
  • Kobalt (hier lag die Sensibilisierungsrate 2004 bei 6,6%)
  • Kaliumdichromat (2004 waren 5,3% der getesteten Patienten dagegen sensibilisiert)
  • Quecksilber, das hauptsächlich in Amalgamfüllungen vorkommt (2004 waren 3,5% der Getesteten sensibilisiert)

    (Zahlen laut IVDK)

Weitere, nicht-metallische häufige Allergieauslöser:

  • Duftstoffe, z.B. in Kosmetika. Sie sind nach Nickel die häufigsten Auslöser für Allergien. Es gibt etwa eine halbe Million Duftstoffallergiker in Deutschland. Im Kosmetik- und Waschmittelbereich sind kaum noch Produkte ohne Duftstoffe zu finden. 26 Duftstoffe, die vom SCCNFP als besonders sensibilisierend erachtet wurden, müssen seit 2003 (mit der 7. Änderung der Europäischen Kosmetikrichtlinie) ab einer bestimmten Konzentration angegeben werden. Stoffe in Kosmetika, die auf der Haut bleiben, sind ab einer Konzentration von 0,001% kennzeichnungspflichtig, in Kosmetika, die abgewaschen werden ab einer Konzentration von 0,01%. Eine Auflistung der Stoffe findet sich auf der Seite des Europäischen Verbraucherzentrums. Die Kennzeichnungspflicht ist zunächst eine positive Entscheidung, denn sie könnte dazu führen, dass die Hersteller nicht mehr die Duftstoffe mit dem höchsten allergenen Potenzial, sondern andere verwenden. Problematisch ist jedoch, dass das Sensibilisierungspotential dieser neuen Stoffe noch nicht bekannt ist. Eine Studie des Informationsverbundes dermatologischer Kliniken (IVDK) bestätigte zum Beispiel dem nicht kennzeichnungspflichtigen Duftstoff Majantol ein hohes allergenes Potential. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt nun europaweit einheitliche Regelungen für den Einsatz neuer Duftstoffe in Kosmetika (BfR 2008).
  • Medikamente, z.B. Antibiotika zum Auftragen auf die Haut
  • Pflanzen, häufig in Kombination mit Sonnenlicht. Pflanzenextrakte kommen häufig in Kosmetika vor, weshalb Kontaktallergien relativ oft auftreten.
  • Desinfektionsmittel, z. B. Formaldehyd
  • Epoxid-Harze, eingesetzt z. B. in der Kunststoff- und Elektroindustrie. Sie sind hauptsächlich für beruflich exponierte Personen ein Problem, doch auch für Hobbyhandwerker. Da nur wenige Harze als Allergietests zur Verfügung stehen, werden Allergien nicht immer diagnostiziert.
  • Hilfsstoffe, die bei der Gummiherstellung verwendet werden
  • Biozide, die als Konservierungsmittel in Wandfarben, aber auch in Kosmetika dienen

Bei Erwachsenen spielen berufsbezogene Stoffe eine große Rolle. In diesem Zusammenhang können Kontaktallergien sogar zur Aufgabe der Berufstätigkeit führen.

Zusätzliche Informationen: 

Die häufigsten Kontaktallergene 2009

Allergen

Häufigkeit

Vorkommen

Anmerkungen

Nickel

15,2

z.B. Modeschmuck, (Jeans-)Knöpfe, Gürtelschnallen, Ösen, Schreibgeräte, Münzen und anderes

Wegen ihrer Vorliebe für Ohr- und Piercingschmuck sind junge Frauen sind mit 27,6% deutlich häufiger betroffen, als junge Männer (5,9%).

Duftstoff-Mix

6,8

Kosmetika, Duftkerzen, ätherische Öle

Betroffene reagieren oft auch auf Terpentin-Öle

Perubalsam

6,8

Wundheilmittel (5–20 %) in Salben, Hämorrhoidenzäpfchen; Parfüm

dunkelbraune ölige Flüssigkeit von vanilleartigem Geruch

Kobalt

5,2

Legierungen, z.B. für Edelstahl, Magnete, Maschinenbauteile

Exposition in der Metallindustrie durch Metalle oder gebrauchte Schmieröle, Zusatz zu grünen Farben in der Glas-, Porzellan- oder Keramikindustrie; Zement kann Spuren enthalten.

Duftstoff-Mix II

4,3

Kosmetika, Duftkerzen, ätherische Öle

Reaktionen im Test sind oft auf HICC zurückzuführen (Geier, Uter, Krautheim, Lessmann, & Schnuch, 2011)

Kolophonium

4,0

Klebstoffe (Pflaster), Kosmetika, Kaugummi, Enthaarungswachse, zahntechnische Wachse, Gleithemmer im Sport

gelbes bis braunschwarzes Baumharz

Kaliumdichromat

3,3

Bohnerwachs, Schuhcremes, Streichholzköpfchen, Holzasche, Farbfixierer, zum Bedrucken und Färben bestimmter Wolltextilien und grüner Uniformen, in Imprägnierungsmitteln für Textilien und Pelze,  gegerbtes Leder, etc.

dient zum Nachweis einer Allergie auf Chromsalze (Chromate)

MDBGN

2,6

Konservierungsmittel in Reinigungsmitteln, Klebstoffen, Farben

 

Wollwachs-Alkohole

2,5

 

Synonym: Lanolin; Betroffene sind häufig Patienten mit „offenen Beinen“ (Ulcus cruris)

Thiuram-Mix

2,2

Gummi-Inhaltsstoffe (Gummi-Artikel aller Art, Desinfektionssprays, manche Medikamente)

 

Propolis

2,2

von Bienen hergestellte harzartige Masse, findet Anwendung in der Volksmedizin (Tinkturen, Salben, Mundwässer, Lutschtabletten)

 

MCI/MI (z.B. Kathon CG®)

2,1

Konservierungsmittel in Kosmetika, Geschirrspülmittel, Politurpasten

 

Terpentin-Öle

2,1

Zusatz zu Salben, Pflastern, Seifen, Siegellacke, Harzfirnisse, Lacke, Kitte

 

HICC (z.B. Lyral®)

1,8

synthetischer Duftstoff mit süßlichem Blütenduft, kommt viel in Seifen und Kosmetika vor

 

Epoxidharz

1,6

Kunststoff-Präpolymere,

Vielfacher Einsatz in der Industrie und im Handwerk

Mit der üblichen Testung werde nicht alle Allergie-relevanten Epoxidharze erfasst; mehr Männer als Frauen betroffen, starker Anstieg der Allergien im Baugewerbe

Compositae-Mix

1,3

Salben und Tinkturen mit z.B. Arnika, Beifuß, Schafgarbe, Goldrute oder Ringelblumen

Compositae =Korbblütler

Paraben-Mix

1,1

Konservierungsmittel für Kosmetika aller Art, außerdem in Arzneimitteln, Leimen, Fetten, Schuhputzmitteln

 

Bronopol

1,1

selten eingesetztes Konservierungsmittel für Kosmetika, Schmierstoffe der Industrie und Reinigungsmittel

 

Bufexamac

1,0

war bis 5. Mai 2010 Wirkstoff gegen Neurodermitis und andere entzündliche Hauterkrankungen, Entzug der Zulassung wg. des allergischen Potentials

 

Formaldehyd

1,0

Desinfektionsmittel, Konservierungsmittel, Kleidung, weitere Informationen im Formaldehyd-Text

 

Stand: 8. Mai 2017 - 12:18 Uhr

Autor/en: