Pferdeallergie

Pferdehaare und -hautschuppen enthalten Allergene. Bildquelle: siepmannH / pixelio.de.Das Pferd dient der Menschheit in vielfältiger Weise. Heute wird das Pferd hauptsächlich als Reittier genutzt. Vor allem bei Mädchen erfreut sich Reiten großer Beliebtheit.

Zu einer Pferdeallergie kommt es im Vergleich zu einer Katzenallergie oder Meerschweinchenallergie eher selten, jedoch kann es durch bereits vorhandene Allergien zu einer Kreuzreaktion kommen.

Was löst eine Pferdeallergie aus?

Pferdehaar und –hautschuppen enthalten wichtige Allergene. Sie konnten auch im Hausstaub, in Reitkleidung und in Polstermöbeln von Reitern nachgewiesen werden (Guinnepain 2001, Schou 1997).

Patienten mit einer Pferdeallergie müssen nicht zwangsläufig Reiter sein. Auch ohne sehr intensiven Kontakt zu Pferden kann sich eine Pferdeallergie entwickeln, denn Pferdeallergene werden über die Luft und über die Kleidung verbreitet (Guinnepain 2001, Liccardi 2005).

Was sind Symptome einer Pferdeallergie?

Die Symptome einer Pferdeallergie sind typisch für eine Inhalationsallergie: Betroffen sind vor allem die Schleimhäute des Atemwegssystems (z.B. Nasenschleimhäute) und die Bindehaut des Auges.

Nach Kontakt mit dem Pferdeallergen kommt es bereits nach wenigen Minuten zu einer Reaktion: Die Nase juckt und läuft, es kommt zu einem Niesreiz, das Geruchs- und Geschmacksempfinden ist gestört und es stellt sich eine nasale Stimmlage ein.  An der Bindehaut des Auges kommt es zu Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen.

Bei Kontakt des Pferdeallergens zur Bronchialschleimhaut kann es zu Symptomen eines allergischen Asthma bronchiales kommen. Im Falle einer hochgradigen Sensibilisierung können Allgemeinsymptome (z.B. Übelkeit und Schwindel) hinzukommen (Tilgen et. al 2005).

Die genannten Symptome können sowohl isoliert, als auch in Kombination auftreten.

Wie wird eine Pferdeallergie diagnostiziert?

Zu Beginn steht immer die Anamnese (Krankengeschichte). Wichtig ist dabei, dass der Betroffene dem Arzt schildert, wann und wo die Beschwerden aufgetreten sind. Im Anschluss kann die Anamnese durch Pricktest, spezielle Blutuntersuchungen und Provokationstests ergänzt werden.

Was kann gegen eine Pferdeallergie getan werden?

Patienten mit einer Pferdeallergie sollten den Kontakt zu Pferden meiden oder sich gezielter vor den Allergenen schützen – entweder durch ausreichend vorbeugende Medikamente oder indem sie Situationen aus dem Weg gehen, in denen Allergene in großem Umfang freigesetzt werden (zum Beispiel Reiten in der Reithalle, Striegeln des Pferdes). Wer aber unter einer sehr starken Pferdeallergie leidet, wird um Pferde einen Bogen machen müssen.

Reagieren Pferdeallergiker bei unterschiedlichen Pferderassen verschieden?

Ähnlich wie bei manchen Hunden und Katzen reagieren Sensibilisierte auf verschiedene Pferde und Pferderassen unterschiedlich stark allergisch. Einige Rassen werden als besonders allergenarm beschrieben, zum Beispiel das Bashkir-Pferd und Curly Horse, wobei man bei einer Untersuchung mehrerer Pferderassen herausfand, dass diese beiden Rassen die gleichen Allergene und vergleichbare Allergenmengen in Hautschuppen und Haaren haben wie andere (Felix 1996).

Die Autoren der Studie vermuten deshalb, dass bestimmte Rassen weniger haaren und sich weniger stark schuppen. Diese Pferde sind also nicht allergenfrei, sondern geben wohl zumindest zeitweise weniger Allergene ab. Das scheint auch beim Curly Horse so zu sein. Wahrscheinlich kommt es bei diesem Pferd mit veränderter Haarstruktur (die Haare sind rund, etwas feiner und öliger) zu einer geringeren Allergenfreisetzung.

Untersuchungen mit dem Curly Horse, konnten zeigen, dass es im Hautallergietest (Pricktest) mit dem Extrakt des Curly Horse zu einer schwächeren Reaktion kommt im Vergleich zu Extrakten anderer Rassen. Bei einer Untersuchung mit 40 auf Pferd allergischen Reitern, die einem kontrollierten regelmäßigen Kontakt (Reiten und auch Bürsten der Pferde) unter medizinischer Aufsicht ausgesetzt waren, kam es nur bei 3 Personen zu einer Symptomverschlechterung. Bei einigen Reitern traten nach drei Jahren auch bei Kontakt mit anderen Pferden keine Beschwerden mehr auf. Es wird eine Toleranzinduktion vermutet (Mitlehner 2015).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es unterschiedlich starke Reaktionen gegen verschiedene Pferderassen geben kann. Es gibt Pferderassen (Curly Horse), die zwar nicht allergenfrei sind, jedoch bei Pferdeallergikern zu einem geringeren Prozentsatz zu Reaktionen bei Kontakt führen können, und bei denen der Kontakt unter kontrollierten Bedingungen auch eine Toleranz induzieren könnte (Mitlehner 2017).

Ein Nullrisiko für allergische Reaktionen beim Kontakt mit dem Curly Horse gibt es jedoch nicht. In jedem Einzelfall ist eine Abstimmung und individuelle Einschätzung des Risikos mit den behandelnden Ärzten wichtig.

Basisinformationen zu Tierallergenen finden Sie unter "Tierallergene allgemein".

Stand: 5. September 2017 - 9:34 Uhr

Autor/en: