Latex

Latex kommt bei der Produktion von Handschuhen und vielen anderen Produkten zum Einsatz. Bildquelle: andreas stix / pixelio.de.Basisinformationen zu Allergenen finden Sie unter "Allergene allgemein"

Latex (Naturlatex) ist der Milchsaft der Kautschukpflanze (Hevea brasiliensis). Nach Vulkanisierung und anderen Verarbeitungsschritten werden daraus Autorreifen, Kondome, Handschuhe und viele andere Produkte mehr produziert.

Etwa 70% aller Kautschukprodukte sind synthetisch hergestellt. Sie enthalten keine Proteine und lösen daher auch keine Allergien des Soforttyps aus. Allerdings sind Kontaktallergien möglich.

Im medizinischen Bereich werden vornehmlich Materialien aus Naturkautschuk verwendet. Wie oben beschrieben ist der Ausgangsstoff der Latexprodukte der Milchsaft der tropischen Kautschukbäume. Dieser Milchsaft enthält allergene Substanzen, die in ihren unterschiedlichen Molekulargewichten (2- 200 KD) und in ihrer chemischen Struktur identifiziert wurden. Dabei wurden bereits 17 Allergene beschrieben (Raulf-Heimsoth & Rihs, 2011).

Es werden nicht in jeder Gruppe der Erkrankten die gleichen Proteine als Hauptallergen gefunden. Aufgrund von vielen Operationen im frühen Lebensalter reagieren Kinder mit Myeleomeningocelen (offenem Rücken oder Spina bifida) am häufigsten auf die Allergene Hev b 1, Hev b 3 und Hev b 7 (Wagner 2001), während die Allergene Hev b 5, Hev b 6 und Hev b 7 gehäuft bei medizinischem Personal nachweisbar sind (Sussman 2002). Warum dies so ist, ist nicht eindeutig geklärt, steht am wahrscheinlichsten mit dem unterschiedlichen Sensibilisierungsweg in Zusammenhang.

Wie kommt es zum Kontakt mit Latexallergenen?

Voraussetzung für eine Sensibilisierung gegen Latex und eine allergische Reaktion auf Latex ist der Kontakt mit latexhaltigen Gegenständen. Diese Gegenstände sind vor allem im medizinischen Bereich anzutreffen; an erster Stelle sind hier OP-Handschuhe zu nennen.

Häufige Allergenkontakte über die Schleimhäute zum Beispiel über Katheterisierungen oder Schädigungen der natürlichen Hautbarriere durch Hauterkrankungen (Neurodermitis) ermöglichen Sensibilisierungen, ebenso der direkte Allergenkontakt über offene Wunden während operativer Eingriffe. Latexhaltige Handschuhe werden aber auch in der Industrie und im Haushalt benutzt.

Latexallergie

In der Regel ist die Latexallergie eine Soforttyp-Reaktion: nach Kontakt mit latexhaltigen Produkten kommt es innerhalb weniger Minuten zu einer Kontakturtikaria (Nesselsucht).
Wenn in einem Raum Latexhandschuhe verwendet werden, reagieren manche Patienten auch mit allergischem Schnupfen, allergischem Asthma bis hin zum allergischen Schock (Altmeyer & Paech, 2011).

Stand: 28. Juli 2017 - 12:28 Uhr

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