Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Die Stoffgruppe der polyzyklischen aromatischen PAK in Parkettklebern. Bildquelle: Uli Carthäuser / pixelio.de.Kohlenwasserstoffe (PAK, auch: PAH) umfasst mehrere hundert Einzelsubstanzen. All diesen Verbindungen ist gemeinsam, dass sie über mehrere, miteinander verknüpfte aromatische Ringsysteme verfügen.

Der einfachste und zugleich gut bekannte Vertreter dieser Stoffgruppe ist das Naphthalin. Es besteht aus zwei miteinander verknüpften Benzolringen (Kohlenstoffringen). Naphthalin war früher als Wirkstoff in Mottenkugeln enthalten.

Die meisten PAK sind schwer flüchtig und in Wasser kaum löslich. Mit steigender Zahl vernetzter ("kondensierter") Kohlenstoffringe nehmen Flüchtigkeit und Wasserlöslichkeit noch weiter ab. Benzo(a)pyren (Abkürzung: BaP) dient als Leitsubstanz bei der Bestimmung der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe: Seine Konzentration wird bei Analysen in der Regel stellvertretend für die Summe aller PAK bestimmt. Für BaP liegen auch die meisten toxikologischen Daten vor.

Gesundheitsrisiken

PAK werden im allgemeinen gut über die Atemwege, die Haut und den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, wobei natürlich die Bindung an Staubpartikel bzw. die Anwesenheit resorptionsfördernder Stoffe (z.B. Öle, Fette) eine Rolle spielen. PAK besitzen für den Menschen nur eine geringe akute Giftigkeit.

Unter den Langzeitwirkungen ist besonders die krebserzeugende Wirkung einiger Vertreter dieser Substanzgruppe von Bedeutung. Der kanzerogene Effekt beschränkt sich vermutlich weitgehend auf den Ort der Aufnahme. Nach Inhalation von PAK erhöht sich demnach hauptsächlich das Lungenkrebsrisiko, nach dermaler Aufnahme vor allem das Hautkrebsrisiko. Ob PAK auch eine systemische Wirkung entfalten, also auch außerhalb des Aufnahmeortes zur Krebsentstehung beitragen, wird noch unter Fachleuten diskutiert.

Die Erkenntnisse zur Kanzerogenität von PAK gehen unter anderem auf zahlreiche arbeitsmedizinische Beobachtungen zurück. Manche dieser Berichte, etwa zum berufsbedingten Hautkrebs der Schornsteinfeger, sind bereits über 200 Jahre alt. Später wurde auch bei Teerarbeitern eine Häufung von Hautkrebsfällen beobachtet. Ursache ist der PAK-Gehalt im Schornsteinruß bzw. im Teer. In den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts rückte der PAK-bedingte Lungenkrebs bei Kokereiarbeitern und Beschäftigten der Aluminium-, Eisen- und Stahlindustrie in den Vordergrund.

Dass der PAK-Gehalt des Tabakrauchs einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung von Lungenkrebs leistet, gilt als sicher. Noch nicht ganz einig ist sich die Fachwelt dagegen darüber, ob das Krebsrisiko auch dann ansteigt, wenn PAK bzw. Benzo(a)pyren - beispielsweise mit der Nahrung - über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden.

Die Datenlage zu PAK insgesamt rechtfertigt ein Minimierungsgebot für diese Stoffgruppe. Die ATSDR (Agency for Toxic Substances and Disease Registry, eine mit toxikologischen Bewertungen befasste amerikanische Behörde) nennt folgende Personengruppen als Risikogruppen (ATSDR 1990, zit. nach Frijus-Plessen, Kalberlah 1999, www.atsdr.cdc.gov/phs/phs.asp?id=120&tid=25)

  • Ungeborene Kinder, ältere Menschen
  • Personen mit bestehenden Leber- oder Hauterkrankungen
  • Personen mit beeinträchtigter DNS-Reparatur (genetisch bedingt)
  • Raucher, Teerarbeiter
  • Personen mit starker Sonnenexposition

Stand: 18. August 2017 - 9:43 Uhr

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