Hundeallergie

Bildquelle:  Pharma DiagnosticsIn deutschen Haushalten werden Schätzungen zufolge insgesamt ca. 7 Millionen Hunde in ca. 15 % aller Haushalte gehalten. Der Hund ist nach der Katze das beliebteste Haustier der Deutschen.

Zu einer Hundeallergie kommt es zwar im Vergleich zu einer Katzenallergie oder Meerschweinchenallergie eher selten, jedoch kann es durch bereits vorhandene Allergien zu einer Kreuzreaktion kommen.

Was löst eine Hundeallergie aus?

Nicht die Haare selbst, sondern der Speichel und die Hautschuppen von Hunden enthalten starke Allergene. Diese lassen sich im Staub von Wohnungen nachweisen (Schou 1997). So lässt sich auch erklären, warum kein Hund anwesend sein muss, um bei einem Hundeallergiker eine allergische Reaktion hervorzurufen. Der Kontakt zu einem Menschen, der zuvor einen Hund gestreichelt hat, reicht oft schon aus. Streng genommen kann daher nicht von einer „Hundehaarallergie“ gesprochen werden.

Das Hauptallergen des Hundes (Can f 1) und auch weitere mittlerweile gut untersuchte Allergene sind schwerer als Katzenallergene (Liebers 1996). Sie können deshalb nicht so lange in der Luft schweben und verbreiten sich weniger stark. Trotzdem sind sie im Staub von Fußböden und Polstermöbeln in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kinos, Kliniken und Bussen nachweisbar (Custovic 1996). Auch auf Autositzen wurden sie gefunden, selbst wenn in diesen Autos keine Hunde transportiert worden waren (Camargo-Sopelete 2001).

Hundeallergene werden zu großen Teilen über die Kleidung der Tierbesitzer verbreitet – wie andere Tierallergene auch (Berge 1998).

Was sind Symptome einer Hundeallergie?

Die Symptome einer Hundeallergie sind typisch für eine Inhalationsallergie: Betroffen sind vor allem die Schleimhäute des Atemwegssystems (z.B. Nasenschleimhäute) und die Bindehaut des Auges.

Nach Kontakt mit dem Hundeallergen kommt es bereits nach wenigen Minuten zu einer Reaktion: Die Nase juckt und läuft, es kommt zu einem Niesreiz, das Geruchs- und Geschmacksempfinden ist gestört und es stellt sich eine nasale Stimmlage ein.  An der Bindehaut des Auges kommt es zu Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen.

Bei Kontakt des Hundeallergens zur Bronchialschleimhaut kann es zu Symptomen eines allergischen Asthma bronchiales kommen. Im Falle einer hochgradigen Sensibilisierung können Allgemeinsymptome (z.B. Übelkeit und Schwindel) hinzukommen (Tilgen et. al 2005).

Die genannten Symptome können sowohl isoliert, als auch in Kombination auftreten.

Wie wird eine Hundeallergie diagnostiziert?

Zu Beginn steht immer die Anamnese (Krankengeschichte). Wichtig ist dabei, dass der Betroffene dem Arzt schildert, wann und wo die Beschwerden aufgetreten sind. Im Anschluss kann die Anamnese durch Pricktest, spezielle Blutuntersuchungen und Provokationstests ergänzt werden.

Was kann gegen eine Hundeallergie getan werden?

An erster Stelle steht natürlich die Vermeidung des Auslösers. Für Hundebesitzer bedeutet das leider, dass das Tier abgegeben werden muss. Dies ist sicherlich kein leichter Schritt, es gibt jedoch keine echte Alternative. Es können nur Kompromisse geschlossen werden. Sollten Sie sich wirklich nicht von Ihrem Tier trennen können, sollte zumindest der direkte Kontakt des Betroffenen mit dem Tier unterbleiben: Das heißt das Tier sollte die Schlafräume dieser Person nicht betreten.

Das Waschen des Hundes oder die Behandlung mit speziellen Präparaten bringt nur kurzfristig Erfolg: Bereits nach wenigen Tagen ist die Belastung so hoch wie zuvor. Auch Luftreinigungsgeräte und Staubsaugsysteme helfen wenig (Schmidt 1998).

Eine Hyposensibilisierungsbehandlung ist bei Tierallergien nur selten erfolgreich (Tilgen et. al 2005).

Reagieren Hundeallergiker bei unterschiedlichen Hunderassen verschieden?

Es wird immer wieder beobachtet, dass Hundeallergiker auf den Kontakt mit verschiedenen Rassen mit unterschiedlich starken Beschwerden reagieren. Grund dafür ist, dass sich die Hunde in ihrer Allergenabgabe unterscheiden. Es gibt Hinweise auf rassetypische Allergene (Moore 1980). Diese Befunde sind aber nicht unwidersprochen geblieben (Wüthrich 1985, Lindgren 1988).

Die vorliegenden Untersuchungen zu unterschiedlichen Hunderassen sprechen eher dagegen, dass es einen „allergenfreien“ Hund gibt. Alle Ergebnisse zeigen, dass die Hunde insbesondere das Hauptallergen (Can f1) abgeben, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Menge (Blands 1977, Ramadour 2005). Dabei sind die Unterschiede nicht von der Haarlänge abhängig sondern neben der Rasse auch vom Geschlecht des Tieres und von der Abgabe der fettenden Hautsekrete. In der Untersuchung von Ramadour war der Labrador die Rasse mit der geringsten Allergenabgabe. Trotzdem fanden sich auch unter den Hunden dieser Rasse sehr deutliche Schwankungen in der abgegebenen Allergenmenge. Die in der Untersuchung einbezogenen Pudel, denen wegen des wolligeren Unterfells eine eher geringere Allergenabgabe nachgesagt wird, gaben im Mittel mehr Allergene ab als der Labrador.

Hat eine Hundehaltung Auswirkung auf eine spätere Hundeallergie?

Zur Vorbeugung von Allergien empfehlen viele Fachleute eine Allergenkarenz und damit verbunden eine Vermeidung von Haustieren, zumindest bei Kindern mit erhöhtem Risiko. Diese Empfehlung ist jedoch umstritten, denn die Ergebnisse neuerer Studien (z.B. Lombardi et. al 2010) zeigen teilweise sogar eine schützende Wirkung von Haustieren in Bezug auf eine spätere Sensibilisierung oder Allergie. Insgesamt sind die Ergebnisse vorhandener Studien sehr widersprüchlich.

Weder die Haltung von Haustieren (insbesondere bei Kindern, deren Eltern Allergiker sind), noch das Vermeiden von Haustieren (insbesondere bei Kindern ohne erhöhtes Risiko) wirkt vorbeugend gegen eine Haustierallergie. Eine Hundehaltung scheint keinen Einfluss auf eine spätere Allergieentwicklung zu haben.

Basisinformationen zu Tierallergenen finden Sie unter "Tierallergene allgemein".

Stand: 19. April 2017 - 12:43 Uhr

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