Diagnose und Therapie

Diagnose

Bei einer Pseudoallergie ist das Immunsystem nicht beteiligt, es bildet keine IgE-Antikörper. Daher führt eine Blutuntersuchung nicht zum Ergebnis. Auch Hauttests sind nicht zur Diagnose einer Pseudoallergie geeignet.

Ausschließlich das Weglassen des verdächtigten Stoffes und die anschließende Provokation eignen sich, um die Diagnose sicherzustellen. Das Verfahren ist recht aufwendig. Wenn die Symptome nicht lang anhalten und nicht erneut auftreten, kann man auf eine Diät zur Diagnosestellung verzichten.

Ziehen sich die Beschwerden jedoch über mehrere Wochen hin, ist eine vierwöchige pseudoallergenarme Kost empfehlenswert. Bei einer chronischen Urtikaria sind mögliche Diäterfolge allerdings erst nach zwei bis drei Wochen zu erwarten.

In sehr schwierigen Fällen kann eine Kartoffel-Reis-Diät über einen begrenzten Zeitraum hilfreich sein. Diese sollte aber nur nach Absprache mit einem Arzt durchgeführt werden. Insbesondere bei Kindern kann diese Ernährungsform schnell zu Mangelerscheinungen führen. Erst wenn die Beschwerden unter der pseudoallergenarmen Diät abgeklungen sind, kann durch eine gezielte Provokation mit den verdächtigen Auslösern begonnen werden.

Manchmal führt die Diät auch zu einer Heilung (Reese et al. 2008). Eine genaue Beschreibung des diagnostischen Vorgehens findet sich in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) (siehe "Linktipps und Literaturquellen").

Neben der Pseudoallergie kommen auch Differenzialdiagnosen wie Unverträglichkeitsreaktionen gegen natürliche Stoffe (Laktoseintoleranz, Histaminintoleranz - Histaminose usw.) in Frage.

Therapie

Bei einer Pseudoallergie hilft nur das Meiden des Auslösers der Beschwerden. Überprüfen Sie immer beim Einkauf die Zutatenliste der Produkte und meiden Sie Waren, die Zusatzstoffe und/oder natürliche Pseudoallergene enthalten.

Hinweise auf mögliche Pseudoallergene in der Zutatenliste von Lebensmitteln: E100 – E1518, Farbstoff, Konservierungsstoff, Geliermittel, Verdickungsmittel, Feuchthaltemittel, Emulgator, Geschmacksverstärker (Glutamat), Antioxidationsmittel, Trennmittel, Überzugsmittel, Süßungsmittel/Süßstoff, Backtriebmittel, Festigungsmittel, Mehlbehandlungsmittel, modifizierte Stärke, Schaummittel, Schaumverhüter, Schmelzsalz, Stabilisator, Aroma(-stoffe). Eine umfassende und individuelle Ernährungsberatung ist wichtig.

Lücken und Tücken der Kennzeichnungsverordnung

Folgende Lebensmittel können Zusatzstoffe enthalten, ohne dass diese deklariert sind:

  • Unverpackte, verarbeitete Lebensmittel (z.B. Brot, Kuchen, Kekse, Wurst, Feinkostsalate)
  • Kartoffelprodukte (Kroketten, Pommes frites, vorgeschälte Kartoffeln etc.)
  • Viele alkoholische Getränke
  • Schokolade, Pralinen etc.
  • Lebensmittel mit zusammengesetzten Zutaten (z.B. Fruchtzubereitung in Joghurt)

Stand: 15. Februar 2017 - 10:40 Uhr

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