Wirkung auf Organe

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Wirkung auf Organe*

Bereits in kleinen Dosen übt Blei bei chronischer Einwirkung eine schädigende Wirkung auf das Nerven- und Blutbildungssystem sowie auf die Nieren aus. Das Nervensystem der Kinder ist gegenüber Blei besonders empfindlich. Bei chronischen Belastungen im Niedrigdosisbereich (Blutbleigehalt 25 bis 100 µg/l) kommt es zu Intelligenz-Beeinträchtigungen um einige Punkte (etwa 2 – 4 Punkte). Eine Schwellenkonzentration konnte bisher nicht gefunden werden.

Blei vermindert die Hämoglobinsynthese durch Hemmung der daran beteiligten Enzyme und des Eiseneinbaus. Hier sind Kinder deutlich stärker gefährdet als Erwachsene, da die Sauerstoffversorgung über das Blut beeinträchtigt wird.

Blei stört den Vitamin D- und den Kalzium-Stoffwechsel.

Abkürzungen: HKT= Hämatokrit  IQ=Intelligenzquotient  SSW=Schwangerschaftswoche
1 Vereinzelt < 100 Mikrogramm pro Liter
2 nur bei Summation einzelner Anomalien
3 Nabelschnurblut

*Nach: Kommission “Human-Biomonitoring” 1996

Endokrine Wirkungen des Bleis

Seit einiger Zeit wird über endokrine (hormonelle) Wirkungen berichtet (Kommission Human-Biomonitoring, 2009). Blei beeinflusst die sexuelle Reifung (Pubertätseintritt, Regelblutung, Schambehaarung, Brustentwicklung) bei Mädchen wie auch die Körpergröße, Gewicht und Pubertätsbeginn bei Jungen.

Blei ist krebserzeugend

Blei besitzt keine physiologische Bedeutung für den Menschen. Es ähnelt chemisch vielfach dem Kalzium und stört auf diese Weise unter anderem kalziumabhängige Stoffwechsel- und Regulationsprozesse.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stuft seit Juni 2006 Blei und seine anorganischen Verbindungen als krebserzeugend (Kategorie 2) ein. In der Kategorie 2 finden sich Stoffe, die als “krebserzeugend für den Menschen” anzusehen sind und einen nennenswerten Beitrag zum Krebsrisiko leisten.

Symptome einer Bleibelastung/ -vergiftung

Eine akute schwere Bleivergiftung macht sich durch Bauchschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Störungen der Nierenfunktion bemerkbar. Der dunkle (dunkelblau bis schwarze) Bleisaum am Zahnfleischrand entsteht durch die Reaktion des Bleis mit Schwefelverbindungen, die bakteriell in der Mundhöhle gebildet werden. Im Blutbild fällt neben einer Anämie die basophile Tüpfelung der Erythrozyten auf, und die Aktivität eines an der Hämoglobinsynthese beteiligten Enzyms (Delta-Aminolävulinsäuredehydratase) ist erniedrigt.

Bei chronischer Bleibelastung findet man neben der Anämie auch Eßstörungen, Lethargie, leichte Reizbarkeit, Muskelschwäche, anfallartige Bauchschmerzen und als Langzeitfolge eine Intelligenzminderung.

 

 

 

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Autor/innen: Dr. M. Otto | Prof. Dr. Stephan Böse-O'Reilly | Dr. T. Lob-Corzilius

Zuletzt aktualisiert: 04.06.2026

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