Was weiß man über Mobilfunkfelder?

Sind die Felder des Mobilfunks für unsere Gesundheit schädlich?

Mit einem eindeutigen Ja oder Nein lässt sich darauf nicht antworten. Denn wie so oft ist die Schädlichkeit eines Stoffes davon abhängig, wie viel der Körper von ihm aufgenommen hat. Solange eine verträgliche Dosis nicht überschritten wird, ist die Aufnahme gesundheitlich unproblematisch. Wird aber diese Dosis überschritten - man spricht dann von der Wirkschwelle -–, beginnt der Körper auf dieses „Zuviel“ zu reagieren und es können gesundheitliche Schäden die Folge sein. Die Frage muss daher also eigentlich lauten: Kennen wir die Wirkschwelle, ab der unser Körper auf elektromagnetische Felder reagiert? Und wie vermeiden wir, dass diese Wirkschwelle überschritten wird?

Wir wissen bereits sehr viel über die Wirkung elektromagnetischer Felder auf den Organismus, und auch die Wirkschwelle ist bekannt (Näheres dazu auf der folgenden Seite "Welche Bedeutung haben Grenzwerte?"). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt an, dass über das Gebiet der nichtionisierenden Strahlung, zu denen auch die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks gehören, bis heute mehr als 25.000 Artikel veröffentlicht wurden, und stellt fest, dass „die wissenschaftlichen Kenntnisse auf diesem Gebiet heute umfangreicher sind als über die meisten Chemikalien“ (www.who.int). Zugleich weiß man aber auch, dass noch weiter geforscht werden muss, insbesondere zur Wirkung elektromagnetischer Felder der Endgeräte auf neurobiologische Prozesse im Gehirn und zur Frage von Hirntumoren bei Kindern (MOBI-KIDS-Studie).

Was hat es nun mit diesen elektromagnetischen Feldern auf sich? Da es ohne ein paar physikalische Grundkenntnisse nicht geht, werden zunächst die für das Verständnis wichtigen Grundbegriffe erklärt.

Zunächst muss zwischen niederfrequenten Feldern - beispielsweise bei leitungsgebundenen Stromübertragungsanlagen und in der häuslichen Stromversorgung - und hochfrequenten Feldern, wie sie beim Rundfunk, Fernsehen und Mobilfunk vorkommen, unterschieden werden. Denn ihre Wirkung auf Lebewesen ist abhängig von ihren jeweiligen physikalischen Eigenschaften.

Niederfrequente elektromagnetische Felder dringen mit ihrem Magnetfeldanteil vergleichsweise tief in den Körper ein und können dort elektrische Ströme verursachen. Falls bestimmte Schwellenwerte überschritten werden, können Reizerscheinungen an Nerven und Muskelzellen auftreten. Im häuslichen Umfeld kommen derart starke Felder allerdings nicht vor.

Hochfrequente elektromagnetische Felder (Rundfunk, Fernsehen, Mobilfunk, TETRA-Behördenfunk, häuslicher Mikrowellenherd) dringen hingegen weit weniger tief in den Körper ein. Die Energie hochfrequenter Felder wird im Gewebe bereits an der Oberfläche absorbiert und in Wärme umgewandelt. Der Körper kann die Wärmezufuhr in gewissem Umfang durch Wärmeabtransport über den Blutkreislauf und andere Prozesse ausgleichen. In diesem Frequenzbereich kommt es daher nicht zu einer Erregung von Nerven- und Muskelzellen.


Elektromagnetische Felder in der Umwelt

Quelle: Informationszentrum Mobilfunk e.V.

Wie viel Hochfrequenzenergie ein Körper aufnimmt, hängt auch von der chemischen Zusammensetzung (Wassergehalt!) und den geometrischen Abmessungen des Körpers ab. Durch das elektrisch gut leitende menschliche Körpergewebe wird der überwiegende Teil der elektromagnetischen Energie bereits in den Oberflächenschichten absorbiert und dringt kaum bis in tief liegende Organe ein. Dadurch ist beispielsweise bei Schwangeren auch der Fötus im Mutterleib gut geschützt.

Stand: 7. November 2016 - 11:08 Uhr

Autor/en: