Tabakrauch

Tabakrauch. Bildquelle: Thorsten Freyer / pixelio.de.

Tabakrauch enthält ca. 4.800 verschiedene Stoffe, von denen etwa 70 erwiesenermaßen krebserzeugend sind. Dazu gehören u. a. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), N-Nitrosamine, Cadmium und Arsen. Toxische Inhaltsstoffe sind z. B. Kohlenmonoxid, Blausäure und Ammoniak.

Der vom Raucher eingeatmete Hauptstromrauch unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung vom Nebenstromrauch, der von der glimmenden Zigarette direkt in die Umwelt abgegeben wird. Die Ursache hierfür liegt in den unterschiedlichen Verbrennungstemperaturen in der Glutzone einer Zigarette.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, in welchen Mengen einige wichtige und bekannte Schadstoffe im Hauptstrom einer Zigarette enthalten sind. Ferner ist angegeben, um welchen Faktor der Nebenstrom stärker belastet ist als der Hauptstrom.

Stoff Hauptstrom (Mikro-
gramm pro Zigarette)
Nebenstrom : Hauptstrom
(Verhältniszahlen, gerundet)
Kohlendioxid  20.000 - 40.000  8 - 11
Kohlenmonoxid  10.000 - 23.000  3 - 5
Nikotin  1.000 - 2.500  3
Acetaldehyd *  500 - 1.200  -
Essigsäure  330 - 810  2 - 4
Methylchlorid *  150 - 600  2 - 3
Stickstoffmonoxid  100 - 600  4 - 10
Blausäure(Cyanwasserstoff)  400 - 500  0,1 - 0,3
Ameisensäure  210 - 490  2
Katechol  100 - 360  1
Hydrochinon *  110 - 300  1
Aceton  100 - 250  2 - 5
Toluol  100 - 200  6 - 8
Acrolein *  60 - 100  8 - 15
Phenol *  60 - 140  2 - 3
Formaldehyd *  70 - 100  0,1 - 50
Benzol *  12 - 48  5 - 10
Pyridin  16 - 40  7 - 20
Diethylnitrosamin *  0.025  < 40
Dimethylnitrosamin *  0.01 - 0.04  20 - 100
Staubpartikel (PAK-haltig *)  15.000 - 40.000  2

Nach: US-EPA 1993, Deutsche Forschungsgemeinschaft 1999.
* krebserzeugend (siehe Text)

Die Stoffe im Hauptstrom des Tabakrauchs sind hier nach ihrer Menge geordnet. Die Position in der Tabelle sagt daher noch nichts über die von den einzelnen Substanzen ausgehende Gesundheitsgefährdung aus, macht aber deutlich, welche Schadstoffmengen in die Lunge und die Innenraumluft eingebracht werden.

Um eine Rangfolge der Schädlichkeit zu erstellen, müssten zusätzlich toxikologische Daten einberechnet werden. Stoffe mit erwiesener oder möglicher krebserzeugender Wirkung sind in der Tabelle mit einem Sternchen gekennzeichnet (Einstufung in die Kategorie III 1-2/"mit nennenswertem Beitrag zum Krebsrisiko", Kategorie III 3/"mit Anlass zur Besorgnis", vorläufige Einstufung der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe).

Die Tabelle macht auch deutlich, dass zahlreiche Schadstoffe im Nebenstrom um ein Vielfaches stärker vertreten sind als im Hauptstrom. Der Nebenstromrauch ist für die gesundheitsschädliche Wirkung des Passivrauchens verantwortlich (Zwangsmitrauchen).

Die folgende Aufstellung zeigt, welche Konzentrationen die aus dem Tabakrauch stammenden Schadstoffe in verschiedenen Innenräumen typischerweise erreichen.

Stoff Räume Konzentration (Mikro-
gramm pro Kubikmeter)
Acetaldehyd Restaurants 170 - 630
Acrolein Restaurants 30 - 100
Benzo(a)pyren Restaurants 0,002 - 0,76
Blausäure (Cyanwasserstoff) Wohnzimmer
Büros
Restaurants
8 - 120
3 - 49
50 - 150
Formaldehyd Wohnhäuser
Büros
8 - 280
12 - 1.300
Kohlenmonoxid Büros
Restaurants
1.160 - 3.830
580 - 11.480
Nikotin Büros
Öffentliche Gebäude
Restaurants
Bars
Privatwohnungen
0,8 - 37
1 - 37
1 - 80
7,4 - 110
1,6 - 21
Partikel Büros
Privatwohnungen
Restaurants
6 - 256
32 - 700
27 - 690
Stickstoffdioxid Arbeitsplätze
Restaurants
68 - 410
40 - 190
Stickstoffmonoxid Arbeitsplätze
Restaurants
50 - 440
17 - 270

Nach: Deutsche Forschungsgemeinschaft 1999.

Die Anzahl der im Tabakrauch vertretenen Schadstoffe, ihre Konzentration und ihre Gefährlichkeit machen Tabakrauch weiterhin zum Innenraumschadstoff Nummer eins. Vielfach handelt es sich um Schadstoffe, die auch in anderem Zusammenhang im Mittelpunkt des umweltmedizinischen Interesses stehen – wie etwa Formaldehyd aus Spanplatten, PAK im Parkettkleber, Benzol in verkehrsreichen Straßen, Toluol in der Innenraumluft, Feinstaub usw.

Schließlich enthalten Tabakwaren Zusatzstoffe. Auf eine Initiative des Verbraucherschutzministeriums hin sollen diese Zusatzstoffe nun genauer untersucht und bewertet werden.

Auf eine spezielle Expositionssituation, nämlich das Rauchen/Passivrauchen im Auto, soll hier besonders hingewiesen werden: Hier können in kurzer Zeit Werte von toxischen und krebserzeugenden Substanzen erreicht werden, die einer Körperverletzung gleich kommen.

Stand: 31. Juli 2017 - 12:50 Uhr

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