Pollen

HaselBasisinformationen zu Allergenen finden Sie unter "Allergene allgemein".

Pollen sind die Gesamtheit der Pollenkörner einer Pflanze, eines Staubblattes oder eines Pollensacks. Pollenkörner sind die männlichen Samen der höheren Pflanzen, die für die Bestäubung und letztlich für die Befruchtung der weiblichen Samenanlagen notwendig sind.

Pollenkörner sind fünf bis hundert Mikrometer groß, also nur mit dem Mikroskop zu erkennen. Sie bestehen aus Zellen, die von einer widerstandsfähigen Hülle umgeben sind. Auf dieser Hülle sitzen viele verschiedenartige Eiweiße, die der Pflanze als Botenstoffe dienen und die eigentlichen Pollenallergene darstellen. Diese Allergene sind gut wasserlöslich und können deshalb nicht nur leicht in die Pflanzenzellen, sondern auch rasch durch die wasserhaltige Nasenschleimhaut in den menschlichen Körper eindringen und allergische Reaktionen auslösen.

Bei manchen Allergikern genügt bereits der Kontakt mit den Allergenen weniger Pollenkörner, um eine allergische Reaktion hervorzurufen.

Nicht alle Pollen lösen Allergien aus

Die meisten höheren Pflanzen werden von Insekten bestäubt, aber eine Reihe von Pflanzen übergeben ihre Pollen einfach dem Wind. Windbestäubende Pflanzen müssen eine wesentlich größere Menge an Pollen produzieren, um die Bestäubung zu sichern. Damit die Pollen flugfähig sind, müssen sie besonders klein und leicht sein. Sie werden vom Wind über weite Strecken verbreitet. Bis zu 500 Kilometer sind durchaus keine Seltenheit.

Vor allem die Pollen dieser windbestäubenden Pflanzen verursachen Allergien, aber nicht alle von ihnen. So sind zum Beispiel in manchen Gegenden die Pollen der Brennnessel die häufigsten Pollen in der Luft, sie sind aber sehr selten Ursache für Pollenallergien. Gleiches gilt für die häufig vorkommenden, aber harmlosen Pollen von Fichte oder Kiefer.

Dass Pollen in der Lage sind Allergien auszulösen, hat mit der chemischen Struktur ihrer Polleneiweiße zu tun.

Zusätzliche Informationen: 

Bei Baum-, Gräser- und Kräuterpollen sind zahlreiche Allergene bekannt. So können z.B. Gräserpollen bis zu 13 verschiedene Allergene besitzen, wobei nicht alle Allergengruppen in jeder Art vertreten sind. Die verschiedenen Allergengruppen weisen zudem eine starke Kreuzreaktivität auf.

Pollen enthalten verschiedene Moleküle, die eine Immunantwort verstärken oder Entzündungsreaktionen auslösen können. Andererseits bewirken weitere Moleküle einen gegenteiligen Effekt, indem eine allergische Immunantwort verhindert wird.

Um Allergene freisetzen zu können, ist es notwenig den Pollen zu rehydrieren. Dies geschieht z.B. bei Kontakt mit der Nasenschleimhaut. Aufgrund ihrer Größe lösen Pollen bei normalem Pollenflug zumeist eine Rhinitis oder Konjunktivitis aus, dringen aber nicht in tiefere Atemwege ein. Allergene können allerdings aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit, wie sie z.B. bei Gewittern vorherrscht, bereits in der Luft freigesetzt werden und auf diese Weise bis in die Bronchiolen eindringen. Infolgedessen werden eher asthmatische Beschwerden erwartet.

Stand: 5. April 2017 - 12:01 Uhr

Autor/en:

Bildquelle: 

Die Grafik oben rechts auf dieser Seite ("Hasel") verwenden wir mit freundlicher Genehmigung des Instituts für Wirtschaftsökologie.